Hallo Freunde der Fotografie! Willkommen zum spontansten Frühlingsshooting des Jahres

Ich nehme euch heute mal mit hinter die Kulissen. Stellt euch vor: Es ist Montag, ein ganz normaler Tag, und plötzlich klingelt das Telefon. Sarathustra von Lichtenstein ist dran. „Ortwin, in Essen blühen die Bäume, lass uns was machen!“ Eineinhalb Stunden später stehe ich am Folkwang Museum in Essen. Keine ewige Planung, kein wochenlanges Moodboard-Schieben. Einfach machen.

Für solche Momente habe ich eine eiserne Regel, und die lege ich wirklich jedem von euch ans Herz: Gott sei Dank habe ich zu Hause immer alles bereit. Meine Speicherkarten sind normalerweise leer formatiert, die Akkus sind voll, die Blitze sind immer geladen. Ich muss nur in die Tasche greifen und kann loslegen. Wenn das Licht oder die Location ruft, dürft ihr nicht erst anfangen, Akkus zu suchen. Die Fotografie wartet nicht.

Wenn der Plan platzt: Blumenshooting ohne blühende Blumen

Wir waren also mit einer klaren Vision am Museum angekommen: Sarathustra in ihrem Wahnsinns-Outfit, umgeben von einem Meer aus Frühlingsblüten. Aber wie das im echten Leben bei der Outdoor-Fotografie so ist, hat die Natur ihren eigenen Zeitplan.

„Das mit dem Blumen hat jetzt wohl nicht so ganz geklappt, wir sind eine Woche zu spät. Egal, versuchen wir also ein paar Tricks.“

Und genau hier fängt die echte Fotografie an. Wenn alles perfekt läuft, kann jeder abdrücken. Aber was machst du, wenn die Hauptzutat deines Bildes fehlt? Du arbeitest mit Perspektive und Technik. Schaut mal ins Video: Ich habe mich für eine lange Brennweite entschieden – mein 24-120mm, voll ausgefahren auf 120mm. Warum? Wegen der Kompression. Wenn du tief gehst und den Hintergrund komprimierst, kannst du aus drei verbliebenen Blüten im Hintergrund einen ganzen Teppich zaubern. Wir haben das Model schräg nach oben fotografiert, die grauen Steine des Museums als Kontrast genutzt und zack – die Illusion war da. Fotografie ist eben immer auch ein bisschen Magie.

Licht und Architektur: Der Kampf gegen die Sonne (und den Wind)

Das Folkwang Museum in Essen ist architektonisch ein Traum für jedes Fashion-Shooting. Wir haben den Vorteil genutzt, dass montags das Museum geschlossen ist. Wenig Menschen, freie Bahn für uns. Aber Architekturfotografie gemixt mit Peoplefotografie bedeutet auch: Du musst das Licht kontrollieren können.

Beim zweiten Set an den Treppenstufen hatten wir richtig hartes Hintergrundlicht. Ohne Blitz wäre Sarathustra komplett im Schatten abgesoffen oder der wunderschöne, helle Gebäude-Hintergrund wäre ausgebrannt. Hier kommt mein Godox AD400 ins Spiel. Zusammen mit dem kleinen Schirmreflektor (dem ADS85) ist das absolut meine Geheimwaffe für solche urbanen Shootings. Er ist schnell aufgebaut, leicht und hat genug Power, um gegen die Sonne anzukämpfen.

Aber Vorsicht: Outdoor mit Blitz bedeutet immer auch Windrisiko. In einer Szene im Video seht ihr genau das. Ein kleiner Windstoß, und schwupps… der Blitz verneigt sich nach unten. Achtet immer auf eure Stative. Ein aufmerksames Model (danke Sarathustra!) oder ein Assistent sind da Gold wert.

Storytelling im Posing: Erschaffe eine Welt, die gar nicht da ist

Fotografie wird erst dann richtig stark, wenn eine Emotion oder eine Geschichte mitschwingt. Es reicht mir nicht, wenn ein Model einfach nur gut aussieht. Die Location am Museum gab uns diese kühlen, futuristischen Glasflächen vor. Dahinter standen Bäume. Plötzlich hatte ich ein Bild im Kopf: Eine dystopische Zukunft. Die wenigen übriggebliebenen Grünflächen, eingesperrt hinter Stahl und Glas.

Das habe ich Sarathustra genau so als Regieanweisung gegeben. Schaut euch an, wie ich im Video kommuniziere:

„Stell dir mal vor, du bist in der Zukunft […] und siehst halt keine Tiere mehr, die gibt’s sowieso nicht mehr. Aber Bäume! Stell dir vor, du bist im Zoo […] und zeigst wie so ein kleines Kind: Boah, guck mal, Bäume, toll!“

Genau das ist Storytelling in der Portraitfotografie! Gib deinem Model etwas echtes zum Fühlen. Lass sie nicht einfach so tun, als würde sie irgendwo hinschauen. Gib dem Blick einen Grund. Das verändert die komplette Körperspannung, den Ausdruck, einfach alles.

Brille oder keine Brille? Das ist hier die Frage

Ein interessantes Detail am Rande, das viele beim Shooten vielleicht übersehen: Reflexionen. Sarathustra trug eine fantastische Brille, die perfekt zum Outfit passte. Aber bei meinem Blitzeinsatz hatte ich sofort starke Lichtreflexe in den Gläsern. Manchmal kann man das lösen, indem man den Kopf minimal drehen lässt („Nase ein bisschen tiefer wegen der Spiegelung des Blitzes“), manchmal muss die Brille eben ab.

In diesem Fall haben wir beide Varianten ausprobiert. Und hier bin ich wirklich auf eure Meinung angewiesen! Was gefällt euch besser? Die Bilder mit Sarathustras Brille mit der leichten Spiegelung, die das Licht noch mehr einfängt – oder eher clean ohne Brille? Schreibt mir das unbedingt in die Kommentare unterm Video, solche kleinen Details finde ich als Fotograf unheimlich spannend zu diskutieren.

Fazit: Rohmaterial für Kunstwerke a la Sarathustra

Ihr müsst wissen: Wenn ich mit Sarathustra shoote, dann liefere ich oft „nur“ die perfekte Basis. Sie nimmt meine Bilder – das Licht, die Schatten, die Pose – und verwandelt sie in Photoshop in heftige, surreale Kunstwerke. Es ist eine absolute Symbiose aus Fotografie und digitaler Kunst. Schaut also unbedingt auch auf ihren Kanälen vorbei, um das Endresultat zu bewundern!

„Ein verdammt spontanes Shooting und trotzdem absolut toll geworden. Gerade mal eine Stunde Vorbereitungszeit.“

Genau darum geht es mir, Leute. Lasst euch nicht davon abbringen, loszuziehen, nur weil etwas nicht 100% nach Plan läuft. Seid spontan. Nutzt das Licht, das da ist. Spielt mit den Schatten. Wenn die Blumen fehlen, fotografiert die Architektur.

Was nehmt ihr mit aus diesem Behind-the-Scenes?

  • Seid immer vorbereitet: Kameras leer, Akkus voll. Das Equipment muss blind funktionieren.
  • Tele-Brennweiten sind eure Freunde: Nutzt Kompression, um unschöne Hintergründe auszublenden oder Details zu verdichten.
  • Blitz als Gestaltungsmittel: Nutzt Licht nicht nur zum Hellmachen, sondern um Stimmung zu erzeugen und gegen die Sonne zu arbeiten.
  • Gebt echte Regieanweisungen: Erzhählt kleine Geschichten („Du bist im Zoo für Bäume“), um echtes Posing zu bekommen.

Wenn euch dieser kleine Einblick in meinen Arbeitsalltag gefallen hat, schaut euch das komplette Video oben an. Da seht ihr genau, wie ich mit dem Model interagiere, wie das Set abgebaut ist und wie spontan so ein Fashion-Shooting wirklich ablaufen kann. Lasst mir einen Daumen nach oben da, abonniert den Kanal (das zeigt mir, dass euch meine Arbeit gefällt) und stöbert gerne mal in der Beschreibung nach meinem Equipment.

Bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder spannendes Licht suchen. Ich wünsche euch was, bleibt kreativ! Euer Ortwin.

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