Willkommen im HQ: Warum Fotografie für mich mehr ist als nur ein Knopfdruck

Hallo Freunde der Fotografie und willkommen auf meinem Channel! Schaut mal, ich habe mir da einen kleinen Traum erfüllt. In meinem neuen Video nehme ich euch mit hinter die Kulissen, genauer gesagt: in mein HQ Studio. Ich habe mir überlegt, dass Fotografie oft eine sehr einsame Sache ist. Wir hängen stundenlang hinter dem Sucher, dann noch länger vor dem Monitor in Lightroom, und am Ende posten wir ein Bild in die große, weite Social-Media-Welt und hoffen auf ein paar Likes. Aber wo bleibt da der Mensch? Wo bleibt der Austausch?

Genau deshalb habe ich ein neues Format ins Leben gerufen. Ich mache jetzt einmal die Woche – jeden Montag ab 18 Uhr – ein Treffen für Fotografen und Interessierte bei mir im Studio. Es geht mir dabei gar nicht darum, stur einen Lehrplan abzuarbeiten. Es geht um Gemeinschaft. Wir räumen die Kästen hoch, machen uns einen Kaffee (oder essen Kekse, wenn jemand welche mitbringt), und dann schauen wir einfach mal, was passiert. Beliebige Themen, spontane Shootings, Diskussionen über Gott und die Welt – das HQ ist immer vorbereitet. Je nachdem, welche Leute kommen, entstehen die Themen ganz von alleine.

Das Equipment-Paradoxon: Große Kameras, fehlende Seele

In unserem ersten Talk kamen wir relativ schnell auf ein Thema, das mir schon lange auf der Seele brennt. Wir kennen sie alle: Die vorgeblichen Profis auf YouTube oder Instagram, die dir jeden Tag erzählen, dass du unbedingt diesen einen Filter oder jene neue Kamera brauchst. Die mit 10 % Rabattcodes um sich werfen und dir das Gefühl geben, ohne das neueste Gear bist du kein echter Fotograf. Ich habe das jahrelang beobachtet. Und ganz ehrlich?

„Komischerweise: Die Leute, die am wenigsten tolle Bilder machen, haben das umfangreichste Equipment. Und die Leute, die relativ wenig oder nur das passende Equipment dabei haben, da kommt dann noch ein bisschen was raus.“

Geh mal auf die Fototage, bei Foto Koch oder sonst wo. Da rennen Menschen mit einem Mörder-Equipment rum, dass dir schwindelig wird. Aber Fotografie, echte emotionale People- und Urbanfotografie, entsteht nicht im Sensor. Sie entsteht in deinem Kopf und in deinem Herzen. Du musst erkennen: Lohnt es sich, dieses Foto zu machen? Ja oder nein?

Für mich ist Licht ein emotionales Werkzeug, und Schatten erzählen oft eine viel spannendere Geschichte als die voll ausgeleuchteten Bereiche eines Bildes. Eine cinematische Bildsprache bekommst du nicht, indem du dir eine 5000-Euro-Kamera kaufst. Du bekommst sie, indem du lernst, wie das Licht fällt, wie dein Model schaut und welche Emotion du transportieren willst. Wer glaubt, er kauft sich eine fette Kamera und kann davon morgen leben – nö, überhaupt nicht. Das Ergebnis ist meistens Plus-Minus-Null. Wir rotieren hier alle, weil wir Spaß am Fotografieren haben. Das ist doch das Wichtigste! Dafür sind wir hier.

Behind the Scenes: Unser kreativer Hafen

Wenn ihr ins Video reinschaut, zeige ich euch auch ein bisschen was von unserer Location. Ich teile mir diese fantastische Etage mit Uwe und Thorsten. Thorsten hat nebenan sein Studio, macht viel im Bereich Opernfotografie, hat Rollei-Blitze und gibt Workshops. Wir teilen uns praktisch diesen wunderbaren Mittelbereich, haben so eine Art Balkon, an dem man einfach mal durchatmen kann. Es ist so geil hier! Und das Beste: Wir haben momentan sogar noch ein paar Plätze frei. Wenn also jemand von euch noch einen Raum für ein Fotostudio sucht – die Tür nebenan steht quasi noch offen. Sprecht mich einfach an!

Generationen-Clash: Von Cosplay, KI und dem wahren Sinn von TFP

Ein wirklich interessanter Punkt, den wir beim Talk diskutiert haben, ist die schwierige Frage: Wo ist eigentlich der Nachwuchs? Wo sind die Fotografen unter 35? Ich versuche schon länger, jüngere Leute für diese Treffen zu begeistern, aber manchmal habe ich das Gefühl, mir fehlt der Ansatzpunkt. Die Interessen scheinen heute ganz woanders zu liegen.

Wir haben dann überlegt, wie man die junge Generation erreicht. Eine Idee aus unserer Runde: Ein Fotowalk im Schlosspark zum Thema Cosplay oder Mittelalter. Da ist die junge Szene unheimlich aktiv! Ein Kollege erzählte von einem Mädchen, das sich im Keller ihrer Großeltern mega Kulissen für Cosplayer aufgebaut hat. Die Mädels und Jungs rennen ihr die Bude ein.

Und da kamen wir auf ein Thema, bei dem ich wirklich schmunzeln (und auch ein bisschen den Kopf schütteln) musste: TFP-Shootings. Für mich als jemanden, der aus der klassischen Studiofotografie kommt, bedeutet TFP (Time for Prints bzw. heute Time for Pictures): Das Model gibt seine Zeit, der Fotograf sein Können, und am Ende dürfen beide die Bilder frei nutzen. Kein Geld fließt. Doch die Zeiten haben sich scheinbar geändert:

„Ich bin dann echt schräg von zwei Fotografinnen, die meine Tochter hätten sein können, angemacht worden, dass ich alle meine Bilder für umsonst raushaue. Das ginge ja nicht, dann würden sie ja kein Geld verdienen. Wie gesagt: Leute, das ist TFP!“

Heutzutage bedeutet TFP in einigen jungen Kreisen oft: Du bekommst ein (!) Bild umsonst, und für jedes weitere, das du von dir haben willst, musst du 10 Euro zahlen. Das hat mit dem ursprünglichen Gedanken des kreativen Miteinanders in meinen Augen nicht mehr viel zu tun. Aber genau solche Diskussionen liebe ich! Es zeigt, wie sich die Fotobranche wandelt, und zwingt mich, aus meiner eigenen Blase auszubrechen.

KI als kreativer Sparringspartner und warum Netzwerken so wichtig ist

An diesem ersten Abend haben wir am Ende gar nicht so viel fotografiert. Als es auf 23 Uhr zuging, saßen wir immer noch zusammen. Worüber haben wir gesprochen? Über Künstliche Intelligenz. KI ist aus der heutigen Bildbearbeitung und Ideenfindung nicht mehr wegzudenken. Ich sehe KI nicht als Feind der Fotografie, sondern als kreativen Sparringspartner. Sie hilft uns beim Planen von Shootings, beim Visualisieren von Lichtstimmungen oder beim Retuschieren, wo man früher stundenlang gestempelt hat.

Aber viel wichtiger als die Technik war an diesem Abend das Netzwerken. Menschen zu treffen, sich auszutauschen, gemeinsam Ideen für neue Locations oder coole Lichtsetups zu spinnen. Das ist es, was uns als Fotografen weiterbringt. Nicht das isolierte Sitzen vorm Rechner, sondern das miteinander Reden.

Fazit: Die Tür steht offen – Lasst uns gemeinsam wachsen

Was könnt ihr aus diesem ersten VLOG aus dem Studio mitnehmen? Fotografie ist eine Reise, und am meisten Spaß macht sie, wenn man sie nicht alleine antritt. Lasst euch nicht von Marketing-Gurus einreden, ihr wärt nicht gut genug, nur weil euch das neueste 85mm 1.2 Objektiv fehlt. Schnappt euch die Kamera, die ihr habt. Achtet auf das Licht. Sucht die Schatten. Und vor allem: Sucht den Austausch mit Gleichgesinnten.

Wenn ihr Lust habt, schaut euch das Video oben an, lasst ein bisschen Liebe auf YouTube da und seht selbst, wie es bei uns im HQ aussieht. Und mein wichtigster Call-to-Action an euch heute:

Kommt vorbei! Ich bin in der nächsten Zeit jeden Montag ab 18 Uhr hier im Studio. Wenn ihr eine Idee habt, wenn ihr einfach mal quatschen wollt oder eure Mappe zeigen möchtet: Meldet euch über Facebook, YouTube oder Instagram kurz an. Ein warmer Kaffee ist immer da, gute Gespräche garantiert und manchmal haben wir auch ein Model vor Ort, um ganz praktisch neue Lichtsetups zu testen.

Mir reicht’s für heute, ich gehe jetzt erstmal Kaffeetassen spülen und ein bisschen aufräumen. Wir sehen uns beim nächsten Mal. Bis dann und Tschüss – euer Ortwin!

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