Willkommen auf den rohen Straßen von Hongkong – Das Finale unserer Reise

Da ist es nun. Schaut mal, ich nehme euch heute mit in das 14. und damit letzte Video unserer großen China- und Hongkong-Reise. Ein Projekt, das mich gefühlt das ganze Jahr 2025 begleitet hat. Im April waren wir dort, haben uns durch Menschenmassen treiben lassen, haben das Licht dieser gigantischen Metropolen eingefangen und die Schatten gesucht, in denen sich das wahre Leben abspielt. Die letzten Wochen saß ich dann immer wieder am Schnitt, um euch diese Serie präsentieren zu können.

Wenn ihr die vorherigen Episoden gesehen habt, wisst ihr: Meine Art der Urban- und Street Photography dreht sich nicht um glatte Katalogbilder. Es geht um das Gefühl. Um das cinematisches Licht, das sich in Pfützen spiegelt, und um die harten Kontraste einer Stadt, die niemals stillsteht. Dieses letzte Video sticht dabei besonders heraus. Ich habe im Schnitt fast komplett auf Musik verzichtet. Warum? Weil Hongkong seine eigene Musik hat. Laut, hektisch, ungefiltert. Ich will, dass ihr die Straßen genau so spürt, wie wir sie erlebt haben.

„Bei der Analyse der YouTube Daten ist mir aufgefallen, dass viele von euch gerade den Anfang der Videos, wo Sandra, Uwe und ich über den letzten Tag berichtet haben, übersprungen haben. Gerade diese Bereiche sind aber für die Story sehr interessant. Ich leg es euch ans Herz, das vielleicht noch mal anzuschauen.“

Genau das ist mir wichtig: Fotografie ist Storytelling. Die Bilder, die wir auf der Straße machen, sind nur die halbe Wahrheit. Die Anekdoten, das Drumherum, das Verrückte, das uns hinter der Kamera passiert – das gibt den Bildern erst ihre Seele.

Licht und Schatten: Die extremen Kontraste einer Weltmetropole

Hongkong ist ein Paradies für Fotografen. Überall blinkt es, Neonschilder werfen bunte Reflexionen auf den Asphalt. Das ist das Licht. Aber was ist mit den Schatten? In der Fotografie wie im Leben erzählen die Schatten oft die spannendsten, wenn auch nicht immer die schönsten Geschichten.

Sandra hat sich an unserem letzten Tag auf eine ganz besondere Tour begeben: „The Dark Side of Hong Kong“. Während Uwe und ich uns auf Lamma Island – einem geradezu pittoresken, fast japanisch anmutenden Fischerdorf nahe der großen Insel – eine fotografische Auszeit gönnten, tauchte Sandra in die Wohnungskrise Hongkongs ein. Wir reden hier von „Cage Homes“ und „Subdivided Units“. Wohnungen, die gerade mal 5 bis 7 Quadratmeter groß sind.

„Wenn du Mindestlohn kriegst und 60 Stunden die Woche arbeitest, zahlst du 60% deines Einkommens für so eine relativ billige Wohnung. […] In Hongkong sind es 38 Jahre. Das heißt, wenn du 38 Jahre gar kein Geld ausgibst, kannst du dir eine durchschnittliche Zweizimmerwohnung leisten.“

Als wir später gemeinsam durch diese ärmeren Viertel liefen, hat das unseren Blick für die Bilder komplett verändert. Street Photography bedeutet für mich, genau hinzusehen. Wir standen vor diesen extrem schmalen, verfallenen Hochhäusern. Sandra erklärte uns, woran man erkennt, wie viele Menschen dort leben: Man zählt einfach die Klimaanlagen an der Fassade. Eine Klimaanlage bedeutet eine Wohneinheit, oft für zwei bis drei Personen. Wenn du 16 Klimaanlagen an einem winzigen Fensterblock siehst, weißt du: Da leben über 30 Menschen auf engstem Raum. Und direkt um die Ecke? Da parkt ein dicker Benz auf einem bewachten Privatparkplatz. Diese Diskrepanz fotografisch einzufangen, ohne voyeuristisch zu wirken, ist eine der größten Herausforderungen in der urbanen Fotografie.

Behind the Scenes: Street Photography Tipps für das urbane Chaos

Wenn ihr selbst mal in eine asiatische Großstadt oder überhaupt in den urbanen Raum zum Fotografieren geht, habe ich einen großen Tipp für euch, den ich im Video auch kurz anspreche. Geht weg von den absoluten Hotspots!

  • Schaut hinter die Ecken: Das berühmte „Monsterhaus“ in Hongkong kennt jeder. Hunderte Fotografen drängen sich dort für dasselbe Bild. Wir sind einfach durch die Straßen navigiert abseits der Routen und haben ähnliche, viel authentischere Straßenschluchten gefunden.
  • Fotografiert aus der Hüfte: In den engen Straßen und auf den lokalen Märkten (wo es nicht mal Kühlschrankmagneten gibt, so untouristisch sind sie) reagieren Menschen oft irritiert auf riesige Objektive. Mein Trick: Autofokus auf den Monitor der Kamera legen und den Auslöser ebenfalls über Touch bedienen. So kann man die Kamera tief halten, als würde man sie nur einstellen, und ganz natürliche, ungestellte Porträts einfangen. Denn merkt euch: Street Fotografie ist immer Menschenfotografie.

Das Leben spielt sich auf der Straße ab. Das haben wir besonders gesehen, als wir sonntags durch die Viertel zogen. Die großen Plätze und Parks – selbst die winzigen Grünflächen zwischen den Häuserschluchten – waren voller Frauen, die auf Decken saßen, aßen, sich die Haare machten und einfach lebten. Wenn dein Zuhause nur ein paar Quadratmeter hat, wird die Straße zu deinem Wohnzimmer.

Vom Ochsenmagen und anderen unvorhergesehenen Abenteuern

Natürlich besteht so eine Reise nicht nur aus tiefgreifenden fotografischen Konzepten. Vieles passiert spontan und ungeplant – so wie in der Studiofotografie, wo das Licht manchmal ein ungewolltes, aber geniales Eigenleben entwickelt. Bei uns war das „Eigenleben“ eher kulinarischer Natur.

Wer auf Reisen geht, muss sich auf was einlassen. Wir saßen in diesem winzigen einheimischen Restaurant, bestellten Dim Sum und landestypisches Essen. Die Tischnachbarn empfahlen etwas, das sie uns direkt in die Schüssel schaufelten. Was es war?

„Magen war es auf jeden Fall. Ochsenmagen. Sah auch interessant aus mit dem Gewebe, was wir von drinnen eigentlich noch nie gesehen hatten. […] Hat auch von der Soße sehr sehr lecker geschmeckt, aber da hat mir sofort der Magen auf Magen geschlagen sozusagen.“

Das ist Uwe, wie er leibt und lebt (und leidet). Während Sandra und ich uns eher an die süßen Dinge wie Bubblewaffeln oder einen witzigen tausend-schichtigen Schoko-Toast in Katzenform gehalten haben, war Uwe tapfer. Das sind die Momente, die bleiben. Das ist echt, das ist ungefiltert.

Mein Fazit: Das Ende einer Reise, aber nicht der Story

Wir haben in diesen 14 Tagen unglaublich viel gelernt. Über die Kultur, über die Fotografie und auch über uns selbst. China und Hongkong sind Länder voller krasser Gegensätze. Modernste Elektroautos neben händisch zusammengezimmerten Bambusgerüsten an 30-stöckigen Hochhäusern. Extremster Reichtum neben bitterster Armut. Um das alles in Bilder zu fassen, braucht man ein offenes Auge und vor allem Respekt vor den Menschen vor der Linse.

Ich lade euch ein: Klickt oben auf das Video. Nehmt euch die Zeit, schaut euch dieses rohe, ungeschnittene Flair von Hongkong an. Überspringt nicht den Anfang, denn dort sitzt das Herzblut unserer Reise. Hört euch unsere Geschichten im Hotelzimmer oder später am Flughafen an.

Und keine Sorge: Auf meinem Kanal dreht sich auch weiterhin alles um People-, Urban- und Studiofotografie. Wir werden über Lichtgestaltung sprechen, über die Philosophie hinter einem guten Bild und sicherlich schauen wir uns bald gemeinsam die besten Fotos dieser Reise an. Wir drei – Sandra, Uwe und ich – werden uns nämlich noch für ein finales Recap-Video zusammensetzen, Bilder sichten und philosophieren.

Wenn euch dieser Mix aus Technik, Gefühl, Geschichte und purer Reise-Leidenschaft anfixt, lasst mir gerne ein Abo da. Teilt das Video mit anderen Kreativen, die Bock auf ungeschönte Fotografie haben.

Danke, dass ihr bei diesem riesigen China-Projekt dabei wart. Wir sehen uns beim nächsten kreativen Abenteuer. Probiert was Neues aus, sucht euch spannendes Licht – bis dann, euer Ortwin!

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