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Willkommen auf der Suche nach dem cineastischen Licht

Ich nehme euch heute mit auf eine Reise. Eine Reise, die beweist, warum Vorbereitung in der Fotografie oft genauso wichtig ist wie das eigentliche Shooting. Erster Testlauf mit dem Deutschlandticket! Ich habe meinen Laptop dabei, die Fuji GFX im Gepäck, und es geht nach Köln. Genauer gesagt: zum Mediapark Köln. Mein Ziel? Location Scouting für ein ganz bestimmtes Bild, das mir schon seit einer Weile im Kopf herumspukt. Mitten in Deutschland suche ich nach einer ganz bestimmten Stimmung, nach etwas, das sich anfühlt wie aus einer anderen Welt.

In der cinematischen Bildsprache geht es nicht einfach nur darum, einen Ort abzulichten. Es geht um das Gefühl, das dieser Ort vermittelt, wenn das Licht der blauen Stunde auf die künstlichen Lichter der Architektur trifft. Ich habe eine Idee für ein Portrait-Shooting, aber ich weiß nicht genau, ob die Realität vor Ort zu meiner Vision passt. Also mache ich das Einzige, was Sinn ergibt: Hinfahren, atmen, schauen, fotografieren, vielleicht einen guten Kaffee trinken – und dann die restliche Planung machen. Und ganz nebenbei: So eine Tour ist auch ein körperlicher Test.

Und ich kann jetzt schon sagen, so ein 3 kg Laptop in der Tasche ist 3 kg.

Der Reiz des Unerwarteten: Zwischenstopp in Oberhausen

Oft passiert das Magische ja genau dann, wenn man gar nicht danach sucht. Auf meiner Fahrt nach Köln hatte ich in Oberhausen zwölf Minuten Umsteigezeit. Eigentlich eine lästige Pause, aber ich bin einfach einem Schild gefolgt: Museumsbahnhof. Der reguläre Bahnhof sieht, na ja, nicht ganz so toll aus. Aber was dort an diesem Museumsbahnhof so rumsteht, das war schon echt ein Bild wert. Hätte ich jetzt nicht mit gerechnet.

Das ist genau das, was ich am Reisen mit der Kamera so liebe. Du hältst die Augen offen. Du scannst deine Umgebung nach Texturen, nach Schattenkanten, nach alten stählernen Lokomotiven, die im harten Sonnenlicht plötzlich dramatische Geschichten erzählen. Aber ich durfte mich nicht zu sehr ablenken lassen, weiter ging es zur nächsten Destination.

Mediapark Köln: Blade Runner Vibes und die Suche nach Stimmung

Endlich am Ziel. Es war eine ganz schöne Strecke mit Bus und Bahn, aber das Mediapark-Areal in Köln hat mich sofort gepackt. Mich interessierte im Vorfeld vor allem eine bestimmte Brücke. Als ich davor stand, hat sie mich direkt ein bisschen an Szenen aus Filmen wie Westworld erinnert. Es ist diese Mischung aus klarer, moderner Architektur und den organischen Linien, die man mit dem richtigen Licht so wunderbar in Szene setzen kann.

Ich fotografiere bei solchen Scouts nicht einfach stur im Standard-Profil. Ich habe ein paar Aufnahmen mit normalen Farbabgleichen gemacht, aber dann direkt auf ein Custom-Recipe gewechselt. Ich nenne es einfach mal "Blade Runner". Leute, das ist schon ziemlich blau. Meine Idee ist es, ein Model in dieses Areal zu stellen. In der blauen Stunde, wenn das natürliche Licht schwindet und die Lampen in den Bürogebäuden anfangen, vernünftig zu leuchten. Darin liegt die emotionale Wucht eines Bildes: Der Kontrast zwischen der kühlen Umgebung und vielleicht einem warmen Akzentlicht, das ich selbst setze.

Wir suchen keine perfekten Bilder, wir suchen Stimmung und Licht und Farbe.

Schaut euch das Video an, dann seht ihr, was ich meine. Es geht beim Location Scouting niemals um Schärfe oder Megapixel. Ich überlege ununterbrochen: Wo kann das Model stehen? Wo kommt das Hauptlicht her? Spielt das Gegenlicht mit? Und ganz wichtig für die Bildkomposition: Was stört? Ich musste beispielsweise extrem aufpassen, den klassischen Kölner Funkturm nicht im Hintergrund zu haben. Der zerstört mit seiner alltäglichen Optik sofort den futuristischen Blade-Runner-Look, den ich aufbauen möchte.

Das Komet-Haus: Bradburys modernes Erbe

Dann stand ich plötzlich im Komet-Haus im Mediapark. Keine Ahnung, was da genau drin ist, aber die Architektur hat mich komplett geflasht. Schaut mal im Video nach oben: Die Treppen sind unterleuchtet. Das ist einfach irre. Wer den Filmklassiker Blade Runner kennt, erinnert sich sicher an das legendäre Bradbury Building in Los Angeles mit seinen Treppenhäusern und dem fantastischen Lichteinfall. Dieser Ort in Köln hat mich total an dieses Haus erinnert. Bloß in modern.

Genau für solche Entdeckungen lebe ich als Fotograf. Stellt euch vor, ein Model auf diesen Treppen, die Linien führen das Auge, die Unterleuchtung wirft dramatische, formende Schatten auf das Gesicht. Mit der Farbverschiebung in meinem "Blade Runner"-Recipe passte das hier unglaublich gut. Ich war in diesem Moment wirklich absolut geflasht.

Es geht einfach nicht um Details, sondern es geht um Licht. Farbe und Licht ist alles.

Die bittere Pille: Wenn Pläne einfach nicht funktionieren

So sehr ich mich auch von den Treppen und der Atmosphäre habe treiben lassen – am Ende des Tages kam die Realität. Und das ist eine Lektion, die ich euch hier ganz ungefiltert weitergeben möchte. Location Scouting heißt auch, sich eingestehen zu müssen, dass eine Idee im echten Leben stirbt.

Als die Sonne unterging und die künstlichen Lichter übernahmen, passierte genau – nichts, was ich mir erhofft hatte. Das Gebäude, das ich im Auge hatte, war bei weitem nicht so gut beleuchtet, wie ich dachte. Die Brücke sah auf meinen Testbildern irgendwie besser aus, als sie jetzt vor Ort mit meinen Möglichkeiten umsetzbar wäre. Und das größte Problem: Ich hätte auf der Brücke gar nicht genug Platz gehabt, um irgendwelche Blitze und Stative sicher und genehmigungsfrei aufzustellen. Der restliche Bereich war zwar auch beleuchtet, formte aber keine spannenden Schatten, wie ich sie für meinen cinematisches Look brauche.

Manche Ideen funktionieren einfach nicht. Und das ist okay. Besser, ich merke das jetzt, allein, mit einem Kaffee in der Hand und Öl an den Schuhen (im Video seht ihr, wie ich im Rückwärtsgehen fast auf einer Öllache ausgerutscht wäre – Action Cam sei Dank alles ohne Kamerabruch!). Besser jetzt, als wenn ich ein komplettes Team, ein Model und teures Equipment hierhin geschleppt hätte.

Fazit: Abenteuer, Bahn-Ausfälle und neue Ideen

Ich habe an diesem Tag viele Bilder gemacht. Ich habe Stellen gefunden, die toll sind. Das Komet-Haus hat definitiv Potenzial für eine andere Bildidee, für die ich mich jetzt im Nachgang um eine Genehmigung kümmern werde. Aber das ursprüngliche Konzept? Das musste ich abhaken.

Also den Tag abhacken und ab nach Hause. Dachte ich zumindest. Zum krönenden Abschluss ist mein Zug komplett ausgefallen. Da stand ich nun, irgendwo im nächtlichen Köln, auf einem Bahnhof, wartete vierzig Minuten auf eine Verbindung. Die meisten Leute würden sich wahrscheinlich furchtbar aufregen. Aber ganz ehrlich? Ich hatte nette Unterhaltungen auf dem Bahnsteig. Ich habe mich ein bisschen umgeschaut, die Abendstimmung genossen. Es war schön ruhig. Lichter, Schatten, das Warten.

Dieser erste Tag meiner Reise durch Deutschland mit dem Deutschlandticket war definitiv ein Erlebnis. Das Location Scouting zeigt einmal mehr, dass Fotografie ein kreativer Prozess ist, der sich nicht immer planen lässt. Wir sind Lichtsucher, und manchmal versteckt sich das Licht eben gut.

Schaut euch unbedingt das Video oben an. Da nehme ich euch visuell mit auf die Brücke, zeige euch die unterleuchteten Treppen und wie das "Blade Runner"-Recipe direkt in der Kamera wirkt. Kommt mit auf die Reise. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben. Lasst uns gemeinsam das Licht suchen.

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