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Licht oder Kameratechnik? Die ewige Frage
Willkommen zurück im Studio. Ich nehme euch heute mit hinter die Kulissen eines Shootings, das mal wieder ganz beschaulich angefangen hat und dann – wie so oft bei mir – in absoluten kreativen Wahnsinn eskaliert ist. Bevor wir aber tiefer in die fliegenden Unterlagen und das brennende Papier eintauchen, möchte ich euch direkt mit einem Gedanken konfrontieren, der mich jeden Tag umtreibt, wenn ich hier im Studio stehe.
Was ist in der Fotografie wichtiger? Licht oder Kameratechnik? Ich denke mir, ihr alle kennst die Antworten und genau darum geht's heute.
Kameras berechnen Pixel, aber Licht erschafft Gefühle. Schatten erzählen die Geschichten, die zwischen den Zeilen stehen. Das ist meine Philosophie, und genau das erleben wir heute mit Sandra. Ich habe sie wieder hier bei mir im Studio, sie sitzt gerade noch hinter dem schwarzen Vorhang und zieht sich um. Dieses Video ist der Auftakt zu einer kleinen, dreiteiligen Reise, auf die ich euch mitnehmen will. Eine Reise, auf der wir ein einziges Set aufbauen, es aber immer weiter entwickeln.
Das Setup: Ein Beauty Dish, ein Riesenschirm und pure Emotion
Vergesst für einen Moment die ganzen Megapixel-Diskussionen. Schaut mal lieber auf das, was wirklich zählt: Wie formen wir das Licht? Für diesen ersten Teil habe ich ein Setup gewählt, das auf den ersten Blick simpel wirkt, aber eine unheimliche filmische Tiefe erzeugt. Ich arbeite mit zwei speziellen Lichtformern.
Zum einen habe ich hier meinen silbernen Beautydish. Den positioniere ich ganz nah an Sandra. Ein silberner Dish ist gnadenlos ehrlich, er bringt knackscharfe Kontraste, formt die Gesichtszüge unglaublich dreidimensional und gibt den Augen diesen gewissen, dramatischen Catchlight-Glanz. Aber Kontrast braucht Gegenpol. Licht braucht Schatten, aber der Schatten darf nicht absaufen. Deshalb steht direkt daneben mein riesiger, 1,80 Meter großer Schirmreflektor. Seine einzige Aufgabe: Er füllt die Schatten sanft auf, er umarmt das harte Licht des Beautydishs und sorgt dafür, dass wir eine cineastische Bildsprache erhalten. Emotion pur, direkt aus der Kamera.
Business-Portraits, aber in geil: Fliegende Papiere und ein bisschen Chaos
Warum machen wir das alles? Der ursprüngliche Plan war eigentlich ganz pragmatisch.
Sandra brauchte Bilder für LinkedIn und ich brauchte ein paar Bilder für Spaß.
Klar, man kann für LinkedIn-Portraits einfach nur lächeln und vor die Linse gucken. Das funktioniert, das ist solide. Aber ganz ehrlich? Solide ist mir zu wenig. Ich will Charakter zeigen. Wir haben also angefangen, das klassische Business-Portrait ein wenig aufzubrechen. High-End Lichtsetzung trifft auf absolute Dynamik. Wir haben Papiere in die Luft werfen lassen, damit das Bild nicht starr wie ein Gemälde wirkt, sondern wie ein eingefrorener Moment aus einem Film.
Fliegende Unterlagen, Sandras Energie, das harte, aber perfekt inszenierte Licht – plötzlich erzählt ein einfaches LinkedIn-Foto eine ganz andere Geschichte. Es sagt: "Hier passiert etwas. Hier ist Leben, hier ist Leidenschaft."
Wenn das Studio brennt: Wir spielen mit dem Feuer
Aber wisst ihr, wenn ich einmal im Workflow bin, dann reicht mir auch fliegendes Papier nicht mehr. Da schaltet sich mein innerer Storyteller ein und sagt: "Ortwin, lass uns noch einen Schritt weiter gehen." Auch wenn es eigentlich Bilder für LinkedIn waren, wir wurden jetzt deutlich kreativer. Meine KI, die mir sonst gerne mal als kreativer Sparringspartner zur Seite steht, musste an dieser Stelle leider wegschauen. Wir haben angefangen zu zündeln.
Es hat etwas zutiefst Faszinierendes, echtes Feuer im Studio zu haben. Das unvorhersehbare Flackern der Flammen, das brennende Papier, das Sandra in der Hand hält. Das Licht des Feuers mischt sich mit dem Studio-Blitzlicht und erschafft eine völlig absurde, spannende Szenerie. Business meets totale Zerstörung. Es war absolut irre, wir haben so viel gelacht.
Genießt es und wenn ihr die Bilder mit den Flammen seht, ist im Monitor, braucht keine Feuerwehr anrufen und ich hoffe, wir verletzen uns nicht.
Keine Sorge an alle Sicherheitsfanatiker: Der Wassereimer stand direkt neben Sandras Füßen außerhalb des Bildes. Alles war unter Kontrolle, auch wenn das Ergebnis auf den Bildern herrlich unkontrolliert aussieht.
Warum der Black Mist Filter heute in der Tasche bleibt
Ein kleines technisches Detail am Rande, weil ich oft danach gefragt werde: Wer meine Videos kennt, weiß, dass der Black Mist Filter normalerweise fast mit meinem Objektiv verwachsen ist. Ich liebe ihn, weil er digitale Schärfe nimmt und diesen analogen, filmischen Weichzeichner auf das Licht legt.
Aber heute? Heute bleibt er in der Tasche. Entgegen meiner Gewohnheit und sogar dem, was meine KI mir vorgeschlagen hat. Bei dem, was wir hier mit dem harten Kontrast des silbernen Lichtformers und dem Feuer vorhatten, brauchte ich die gnadenlose Schärfe und Klarheit. Manches muss einfach pur und ungefiltert bleiben.
An dieser Stelle auch ein kurzes Shoutout an K&F Concept, die dieses Video sponsern. Mein Carbonstativ von denen hat an diesem Tag wieder treue Dienste geleistet. Wenn ihr euch sowas zulegen wollt: Mit meinem Code "Ortwin" gibt's 20 Prozent Rabatt auf die sowieso schon fairen Preise. Link dazu findet ihr unten.
Was kommt als Nächstes? Der 1.500 Euro Lichtformer
Wie ich anfangs sagte, ist das hier nur Teil eins. Das Setting steht, das Gefühl ist da. Aber was passiert, wenn wir die Spielregeln ändern? Ich warte gerade sehnsüchtig auf eine Lieferung. Ein absoluter Parabollichtformer von Godox. Ein Teil, das um die 1.500 Euro kostet.
Die großen Fragen, die mich jetzt beschäftigen: Was macht dieser gigantische Lichtformer mit Sandras Gesicht? Wird das Licht noch runder, noch malerischer? Lohnt sich so ein verrücktes Budget für einen einzigen Lichtformer? In den nächsten beiden Videos werden wir es herausfinden. In Teil zwei packen wir das Monster aus, und im dritten Teil bauen wir exakt dieses gestrige Set noch einmal auf – nur dass wir den Beautydish gegen das High-End-Licht von Godox tauschen. Ich hoffe, es wird anders. Ich weiß es nicht genau, aber wir werden es gemeinsam erleben.
Fazit: Fotografie ist ein Gefühl, kein Regelwerk
Das Shooting mit Sandra war wild, verrückt und hat unglaublich viel Spaß gemacht. Am Ende sind wir wieder beim Kern meiner Fotografie: Verrennt euch nicht in Blenden, Verschlusszeiten und Speicherkarten. Seht das Licht. Spielt damit. Lasst Dinge durch die Luft fliegen, probiert Sachen aus, die keinen Sinn ergeben (aber denkt bitte an den Wassereimer zum Löschen!).
Schaut euch unbedingt das Video oben an, um die Dynamik, das Flackern des Feuers und die Energie von Sandra direkt im Studio-Behind-the-Scenes zu erleben. Lasst mir eure Kommentare da – wie findet ihr den Ausbruch aus dem klassischen Business-Portrait?
Und wenn ihr noch tiefer in die Materie eintauchen wollt und wissen möchtet, wie ich mein Licht in anderen Situationen setze: Stöbert durch meine alten Videos. Sandra taucht da tausendfach auf, immer, wenn es um das Spiel von Licht und Schatten geht.
Wir sehen uns beim nächsten Mal, wenn das Paket von Godox endlich da ist. Bleibt kreativ, sucht das Licht. Bis dann und tschüss!