Von der vagen Idee in die rußige Realität: Willkommen zurück hinter den Kulissen!
Hallo und willkommen zurück, ihr Lieben! Ich nehme euch heute wieder mit auf meine persönliche Reise. Es geht weiter mit der Planung meiner Teilselbstständigkeit, und wir stecken mitten in der Vorbereitung für unsere große Workshop-Reihe. Wenn ihr meine letzten Videos gesehen habt, wisst ihr: Wir werden in einer alten Zeche in Ahlen fotografieren. Im Kreativquartier Zeche Heinrich Robert. Ein Ort, der unheimlich viel Charakter hat, wo Licht und Schatten ihre ganz eigenen Geschichten an rauen Wänden erzählen.
Doch bevor wir dort mit der Kamera stehen, das perfekte cinematische Licht setzen und die Emotionen der Models einfangen können, müssen wir etwas tun, das vielleicht erst mal unsexy klingt, aber absolut essenziell ist: Planen. Heute gehen wir nicht raus auf die Straße oder ins Studio. Heute bleiben wir in meinem Büro. Ich zeige euch ganz ungefiltert, mit welchen Planungstools ich meine Gedanken sortiere und wie aus kreativem Chaos handfeste Foto-Workshops werden.
Warum ein Licht-Philosoph auch eine Tabelle braucht
Kreativität braucht Freiraum, das ist völlig klar. Wenn ich beim Shooting stehe, möchte ich mich nur auf das Model, die Stimmung und mein Licht-Setup konzentrieren. Ich will sehen, wie der Schatten fällt, wenn das Model den Kopf leicht neigt. Ich will spüren, was das Bild aussagt. Das alles kann ich aber nur, wenn mein Kopf frei ist. Und mein Kopf ist nur frei, wenn das "Drumherum" organisiert ist.
Ich habe in dieser Woche einiges erlebt. Die Marketing-Maschine für unsere Workshops läuft langsam an. Das Kreativquartier hat mir die ersten Entwürfe geschickt, wie unsere Werbung demnächst aussehen wird. Unter dem Titel "Fotografieren im Kreativquartier Zeche Heinrich Robert" werden wir bald Menschen einladen, mit uns auf Motivjagd zu gehen. Die ersten Entwürfe mit unserem Model Fantine und ein paar stimmungsvollen Hochzeitsbildern sehen schon richtig klasse aus. Bald findet ihr das Ganze auf Facebook, der Website des Quartiers und in einem Ticket-Shop.
Coggle: Der Spielplatz für fliegende Gedanken
Doch wie fängt man überhaupt an, ein so großes Projekt wie eine Teilselbstständigkeit und eine Workshop-Reihe zu strukturieren? Schaut mal, ich am Monitor zeige ich euch mein erstes Tool. Es heißt Coggle. Das ist mein Werkzeug für das erste Brainstorming. Wenn die Gedanken noch wild im Raum tanzen und alles nur eine große, verschwommene Wolke ist.
„Ich habe mir überlegt, was ist eigentlich YouTube und warum mache ich eigentlich YouTube? Und habe mir dann überlegt, welche Beweggründe habe ich dazu und fasste einfach alle meine Gedanken so ein bisschen zusammen.“
Bei Coggle baue ich mir Mindmaps. In der Mitte steht das große, fette Thema – zum Beispiel meine Rolle als Dozent bei den kommenden Fotografie-Workshops. Und davon gehen dann Äste ab: Welche Materialien brauche ich? Welche Produkte biete ich an? Was will ich machen und vor allem: Wie will ich es machen? Es ist ein fantastisches Tool, um visuell zu begreifen, wo die Reise hingeht. Übrigens: In der kostenfreien Version kann man drei dieser Maps komplett privat halten, die anderen sind öffentlich. Für den Anfang und für ein begrenztes Budget ist das eine tolle Lösung, klickt euch da einfach mal rein.
Notion: Der Regisseur meiner Teilselbstständigkeit
Aber mit Mindmaps stößt man irgendwann an Grenzen. Wie ich im Video schon sage:
„Mit diesen Brainstorming-Tools kommt man nicht weit, wenn es in Details geht. Dafür habe ich ein anderes Programm, nämlich Notion.“
Notion ist für mich der absolute Gamechanger, wenn es um die Detailplanung geht. Stellt es euch vor wie ein digitales Notizbuch, das gleichzeitig Datenbank, Kalender und Aufgabenliste ist. Hier habe ich alles zusammengezogen: Meine YouTube-Serien von "Grundlagen" über "Straßen der Metropole" bis hin zu meinen "Fotoshootings". Ich kann jeden einzelnen Blogbeitrag, den ich plane, als Seite anlegen. Ich schreibe rein, was ich machen muss, hake Dinge ab (wie zum Beispiel Model-Release-Verträge erstellen – die sind mittlerweile fertig!) und sehe genau, wie weit ein Projekt ist.
Das Beste an Notion ist für mich aber die Zusammenarbeit. Gerade in der Peoplefotografie arbeitet man selten allein. Man hat Models, Visagisten, Assistenten. In Notion kann ich ganz einfach Leute zu meinen Seiten einladen und Shootings gemeinsam im Team planen. Wenn man es nicht völlig exzessiv im riesigen Firmenrahmen nutzt, ist auch das kostenfrei. Schaut einfach mal auf YouTube nach Notion-Anleitungen, da gibt es tausende geniale Videos zu.
Die besten Geschichten schreibt das Leben: Ein Sechser im Lotto
Tools sind das eine, aber die besten Planungen leben von den Menschen, mit denen man sie umsetzt. Und da ist diese Woche etwas passiert, was mich unfassbar glücklich macht. Wir haben eine Designerin mit im Boot! Nach ein paar sehr netten Telefonaten sind wir so verblieben, dass ich mir bei ihr zu Hause im Keller ihre ganzen Kleider anschauen darf, um zu sehen, was wir für unsere Zeche-Shootings nutzen können.
Und dann kam der Hammer:
„Sie hat auch gesagt, dass sie für die Workshops spezielle Kleider auch anfertigen kann. Also super gut, sechs Richtige im Lotto!“
Könnt ihr euch das vorstellen? Eigens angefertigte Kleider in der rauen, dunklen, industriellen Kulisse einer Zeche! Das ist für mich als Storyteller pures Gold. Dieser Kontrast zwischen zartem Stoff, vielleicht im Vintage-Stil, und den harten, rostigen Rohren der Zeche... das wird uns fotografisch epische Momente bescheren.
Danach war ich noch bei Fantine, unserem Model. Wir haben uns fantastische Hochzeitskleider angeschaut, die wir ebenfalls für den Workshop einsetzen werden, und haben den genauen Ablauf durchgesprochen. Alles ist in trockenen Tüchern.
Was könnt ihr daraus für eure Fotografie mitnehmen?
- Struktur schafft Freiheit: Unterschätzt nicht die Kraft der Vorbereitung. Wenn Verträge, Kleider und der Ablauf stehen, könnt ihr euch vor Ort voll auf eure Bildsprache einlassen.
- Nutzt die richtigen Tools: Sucht euch digitale Helfer wie Coggle fürs Grobe und Notion fürs Feine. Ihr spart so viel Zeit und Nerven.
- Netzwerkt: Sprecht mit Leuten. Die Designerin, das Model, das Kreativquartier – als Fotograf seid ihr nur so gut wie das Team, das ihr um euch versammelt.
Geht den Weg mit mir – schaut ins Video!
Wenn ihr genau sehen wollt, wie mein Notion aufgebaut ist und wie meine Bildschirme bei der Planung aussehen, klickt oben auf das Video. Ich nehme euch quasi direkt mit auf meinen Desktop. Es ist mir eine echte Freude, meine Erfahrungen beim Aufbau dieser Teilselbstständigkeit mit euch zu teilen. Es ist nicht immer nur Glamour, oft ist es fleißige Arbeit am Schreibtisch – aber genau diese Arbeit legt das Fundament für die magischen Bilder, die wir am Ende machen.
Im Video erwähne ich noch, dass Weihnachten ansteht und ich da eine kleine Vlog-Pause mache (das Video entstand in der Vorweihnachtszeit). Aber die Arbeit geht natürlich hinter den Kulissen immer weiter.
Mich würde es wirklich freuen, wenn ihr mich auf diesem Weg weiter begleitet. Abonniert den Kanal, lasst mir gerne ein Kommentar da, wie ihr eure eigenen Shootings plant – nutzt ihr auch Notion oder seid ihr eher Team Papierzettel?
Ich wünsche euch allzeit gutes Licht und spannende Schatten.
Bis zum nächsten Blogbeitrag oder Video – wir sehen uns!
Euer Ortwin.