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Willkommen in meinem kreativen Chaos: Der Studioausbau geht weiter

Hallo zusammen! Schön, dass ihr wieder dabei seid. Wer mir schon eine Weile folgt, weiß: Ich liebe es, euch hinter die Kulissen mitzunehmen. Die fertigen, polierten Bilder kriegt man überall zu sehen, aber die wirkliche Magie, die Geschichten, die Schweißtropfen und die Probleme – die passieren genau hier. Mitten im Staub, zwischen halb ausgepackten Kartons und nackten Wänden. Ich nehme euch heute mit in mein neues Studio. Es ist ein Studiovlog der echten, ungefilterten Sorte.

In diesem Teil meines Studioumzugs geht es um mehr als nur darum, Möbel von A nach B zu rücken. Es geht darum, Räume so zu gestalten, dass sie meine Art der Fotografie unterstützen. Ein Studio ist für mich nicht einfach nur ein Hohlraum mit vier Wänden. Es ist eine Bühne. Es ist der Ort, an dem Licht und Schatten aufeinandertreffen, um Emotionen zu erzeugen. Und genau deshalb stecke ich gerade so viel Herzblut in jeden einzelnen Quadratmeter.

Der Ort für Geschichten: Warum der Schreibtisch mehr ist als nur ein Möbelstück

Wenn man ein Studio aufbaut, denkt man oft zuerst an Blitze, Softboxen und Kamera-Equipment. Für mich fängt ein gutes Portrait, ein cinematisches Bild, aber ganz woanders an. Es beginnt beim Kaffee. Es beginnt beim Reden.

„Hinter mir kommt der große Fernseher an der Wand, hier kommt mein Schreibtisch hin, mit dem ich auch halt Besprechung und sowas machen kann.“

Genau das ist der Kern meiner Arbeit. Ich möchte keine Menschen abfertigen. Wenn jemand zu mir ins Studio kommt, setzen wir uns zuerst dorthin. Der große Fernseher ist nicht zum Netflix schauen da, sondern um Moodboards zu teilen, um Ideen als kreativer Sparringspartner auszutauschen – vielleicht schauen wir uns auch gemeinsam Bilder an, die eine bestimmte cinematische Bildsprache haben. Wir reden darüber, welches Gefühl wir auf dem Bild transportieren wollen. Soll es dunkel und geheimnisvoll sein? Arbeiten wir mit harten, dramatischen Schatten? Sobald wir am Schreibtisch die Geschichte gefunden haben, bauen wir am Set das Licht dazu auf.

Die Realität holt einen ein: Wenn die Hardware streikt

Aber Fotografie – und vor allem Studiofotografie – ist nicht immer nur reine Fantasie und Philosophie. Manchmal ist es ganz hartes Handwerk und purer Frust. Ein Raum ist selten von Natur aus perfekt für uns Fotografen gebaut.

„Da wo ihr jetzt seid, werden die Papierrollen angebracht und das ist auch eins der Probleme auf die ich eingehe. Halt, wie bringe ich Papierrollen in einen Raum an, der einfach dafür nicht ausgelegt ist?“

Kennt ihr das? Da hat man im Kopf dieses geniale Konzept, das Licht-Setup steht quasi schon imaginär im Raum, und dann scheitert man an einer Altbaudecke, die nicht trägt, was sie tragen soll. Das ist das echte Behind-the-Scenes. Die Decke hier ist an einigen Stellen wirklich nicht gut. Aber wisst ihr was? Das sind genau die Momente, die einen als Fotografen formen. Wenn das Equipment oder die Location zicken, muss man improvisieren. Constraints, also Einschränkungen, fördern am Ende die Kreativität. Wenn die Decke nicht hält, baue ich eben Stative. Wenn der Raum nicht tief genug ist, arbeite ich mit noch gezielterem Licht, mit Abschattern und Grids, um das Licht förmlich zu zerschneiden und den Raum optisch zu verändern. Schatten ist manchmal mächtiger als das Licht selbst.

Der absolute Gamechanger: Wasser im Studio!

Neben all den kleinen Herausforderungen gibt es beim Location-Scouting oder bei einem Umzug aber auch diese Momente, in denen man förmlich den Jackpot knackt. Und das ist das eigentliche Highlight dieses Vlogs. Es gibt einen Bereich im Studio, der von alten Schränken verdeckt war.

„Der große Vorteil ist diese Schränke, hinter einem der Schränke war sogar ein Wasseranschluss. Der wird mir auch gelegt, dann habe ich hier auch die Wassermöglichkeit und kann halt im Studio auch ein Wasserbecken aufbauen und dann halt hier auch Wassershootings machen.“

Als ich diesen Wasseranschluss entdeckt habe, ratterte es sofort in meinem Kopf. Wassershootings im Studio! Das öffnet Türen zu einer komplett neuen Bildsprache. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht an technischen Kamera-Specs interessiert bin. Ob die Kamera 20 oder 50 Megapixel hat, ist egal, wenn das Bild keine Emotion weckt. Aber Wasser... Wasser ist eine Naturgewalt. Wasser ist unberechenbar, und genau das liebe ich.

Licht, Schatten und nasse Haut: Die Philosophie hinter dem Wassershooting

Stellt euch das vor: Eine dunkle Umgebung, cinematisch ausgeleuchtet. Wir stellen uns eine Szene vor, die aussieht, als käme sie direkt aus einem Film Noir oder einem modernen Cyberpunk-Movie. Das Wasserbecken ist aufgebaut. Und jetzt kommt das Licht ins Spiel.

Wasser ändert einfach alles. Es bricht das Licht. Tropfen auf der Haut eines Porträtierten wirken wie tausende winzige Prismen und Linsen. Wenn du einen harten, gerichteten Spot – vielleicht sogar mit einer Farbfolie – auf nasse Haut setzt, bekommst du Reflexionen (Highlights), die trockene Haut niemals hergeben würde. Die Schatten werden schärfer, die Kontraste dicker, die Gesamtstimmung sofort dramatischer.

Aber es stoppt nicht bei der nassen Haut. Wenn man mit Wasser im Becken arbeitet, kann man das Licht durch das Wasser hindurch auf das Model werfen. Das nennt sich Caustics – diese tanzenden, unregelmäßigen Lichtlinien am Grund eines Schwimmbeckens. Wenn man dieses Muster nutzt und es auf das Gesicht oder den Körper projiziert, kreiert man eine organische, niemals stillstehende Textur aus Licht und Schatten. Es atmet, es lebt. Und wenn man dann bei der Street Photography oder Urban Photography auf der Straße oft auf Regen hofft, um diese geilen Reflexionen in den Pfützen zu haben... verdammt, jetzt kann ich dieses Urbane, dieses Verregnete, Cinematische einfach rekreieren, mitten im Studio. Das Wasserbecken ist nicht nur eine Spielerei. Es ist ein emotionales Gestaltungswerkzeug.

Was das für euch und meine zukünftigen Bilder bedeutet

Dieser Studioausbau ist ein Prozess. Es ist oft laut, es ist dreckig, es fallen Späne von der Decke. Aber mit jeder Schraube, die ich in die Wand (oder eben nicht in die Decke) jage, komme ich der kreativen Vision näher. Ich kann es kaum erwarten, den Besprechungstisch einzuweihen, mit euch über Konzepte zu reden und dann drüben im Wasserbecken Dinge auszuprobieren, die wir vorher nur als vage Idee im Raum stehen hatten.

KI hilft mir oft beim Planen solcher Shootings, als Sparringspartner für die visuelle Richtung. Aber am Ende, im Moment des Auslösens, wenn das Licht das Wasser trifft und das Model in die Kamera schaut – das ist reine, menschliche Emotion. Und die kann man nicht programmieren. Die muss man erschaffen.

Fazit: Geht mit mir auf die Reise

Ich lade euch ein, euch das kurze Video oben anzusehen. Schaut euch an, wie mein Raum aktuell aussieht. Es ist ungeschönt. Und wenn ihr selbst fotografiert: Lasst euch nicht entmutigen, wenn eure Location nicht perfekt ist. Wenn die Decke nicht hält, nutzt den Boden. Wenn ihr kein teures Studio habt, nutzt die Schatten in eurer Garage. Sucht nicht nach dem perfekten Studio, sondern nach dem Potenzial im Raum.

Das Wasserbecken wird uns in den nächsten Monaten bestimmt noch sehr oft beschäftigen. Welche Art von Wassershooting würdet ihr gerne sehen? Mehr in Richtung dunkler, dramatischer Portraitfotografie? Oder eher Farbspiele mit Gelen und Neonlicht wie in einer nächtlichen Stadtkulisse? Schreibt es mir gerne in die Kommentare unter das Video.

Lasst uns Licht verstehen und Schatten fühlen. Bis zum nächsten Update aus dem Studio!

Euer Ortwin

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