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Willkommen hinter den Kulissen: Wenn der Raum die Kunst diktiert

Schaut mal, ich nehme euch heute wieder mit hinter die Kulissen. Willkommen zum zwölften Teil meines Studiovlogs! Wer glaubt, dass Studiofotografie nur aus dem perfekten Auslösen der Kamera, dem Setzen von ein paar hübschen Lichtern und dem Drücken des Auslösers besteht, den muss ich leider enttäuschen. Fotografie – besonders wenn wir über Räume, Setups und Locations sprechen – ist oft pure Problemlösung. Genau hier, im dreckigen, ungefilterten Alltag des Studiobaus, entstehen letztlich die Rahmenbedingungen für unsere kreativen Visionen.

In diesem Video und Artikel nehme ich euch mit in meinen neuen Studiobereich. Ein Bereich, in dem ich Großes vorhabe. Ich will hier Geschichten erzählen, ich will mit Licht und Schatten malen, ich will cinematische Welten erschaffen. Aber bevor das Licht in geordneten Bahnen auf mein Model fallen kann, muss die Basis stimmen. Und genau diese Basis hat mir in den letzten Tagen gewaltig Kopfzerbrechen bereitet. Es geht um mein Papierhintergrund-Problem. Oder besser gesagt: um eine Decke, die mich fast zur Verzweiflung getrieben hätte.

Der Feind über mir: Die Illusion von Stabilität

Wenn ihr in eine neue Location kommt, um ein Shooting zu planen oder ein Setup aufzubauen, schaut ihr euch oft zuerst das vorhandene Licht an. Fenster, Laufwege, Atmosphäre. Das ist richtig. Aber wenn ihr einen festen Raum einrichtet, müsst ihr tiefer blicken. In meinem Fall: nach oben. Denn eine cinematische Bildsprache braucht Kontrolle. Um Licht und Schatten als emotionale Werkzeuge gezielt einzusetzen, brauche ich oft einen absolut neutralen Raum – einen klassischen Papierhintergrund, der das Model isoliert und mir als Leinwand für meine Stimmungen dient.

Aber mein Raum hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„eins der großen Probleme in dem neuen Bereich ist diese Decke das sieht aus wie eine richtige Decke ist es aber nicht das ist eine betonspritzdecke da hat man einfach irgendwelche drehte von der Decke runterhängen lassen Drahtgeflecht gesetzt und dann Beton drunter gespritzt die hält nicht viel“

Das ist genau der Punkt, an dem die Realität auf die kreative Planung trifft. Du stehst in diesem Raum, malst dir im Kopf schon die emotionalsten Porträts aus, siehst die harten Kanten des Lichts und die weichen Übergänge im Schatten – und dann merkst du: Alles, was du dir physisch überlegt hast, um dieses Setup zu bauen, funktioniert nicht. Die Decke ist im Grunde nur eine Schale. Ein Trugbild. Da oben hält absolut gar nichts, was auch nur im Ansatz Gewicht oder Druck ausübt.

Die gescheiterte Autopole-Strategie

Kamera-Specs und Technik-Gebrabbel sind mir eigentlich völlig egal. Was mich interessiert, ist das Gefühl am Set. Aber manchmal müssen wir eben auch Handwerker sein. Mein ursprünglicher Plan klang in meinem Kopf so unfassbar logisch und simpel.

Ich wollte Autopoles nutzen. Für diejenigen unter euch, die das nicht kennen: Das sind im Prinzip riesige, extrem stabile Teleskopstangen, die man zwischen Boden und Decke einklemmt. Ohne Bohren, ohne Schrauben. Da baut sich ein enormer Druck auf, die Dinger stehen bombenfest, und man kann wunderbar ein Hintergrundsystem für schwere Papierrollen daran befestigen. Perfekt für die flexible Studiofotografie.

Aber was passiert, wenn man hunderte Kilo Druck gegen eine Betonspritzdecke presst, die im Inneren nur aus ein bisschen Drahtgeflecht und Luft besteht? Richtig. Es würde mir sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fallen. Die Decke würde nachgeben, der Autopole würde die Spannung verlieren, und im schlimmsten Fall rauscht mir das gesamte Hintergrundsystem samt schweren Papierrollen mitten im Shooting auf den Boden. Ein Albtraum – nicht nur für die Ausrüstung, sondern ein absolutes No-Go für die Sicherheit meiner Models (und für die ungestörte Atmosphäre am Set, die mir so heilig ist).

Fehler vor dem Desaster erkennen

In der Fotografie – wie im Leben – geht es oft darum, im richtigen Moment einen Schritt zurückzutreten. Man ist verliebt in eine Idee, man will unbedingt schnell loslegen und die Vision in Bilder umsetzen. Aber blindes Vorpreschen kostet oft Nerven und Geld.

„mein Gedanke zu Anfang war ich nehm autopole und setz die links und rechts einfach vom Boden bis zur Decke [...] net Weise konnte ich ganz schnell noch die Bestellung für die vier autopole die ich aufgegeben hatte korrigieren also achtet mal darauf wenn ihr schon was plant dass es vernünftig auch klappt bevor die Sachen ankommen“

Das ist eine meiner wichtigsten Lektionen aus diesem Bauabschnitt für euch. Bevor ihr teures Equipment bestellt, bevor ihr euch ein Setup für eure Peoplefotografie überlegt: Geht in den Raum. Fühlt die Wände, checkt die Decke, beobachtet das natürliche Licht, bevor ihr eigenes hinzuzieht. Der Raum spricht mit euch, und er diktiert, was möglich ist und was nicht. Ich hatte unglaubliches Glück, dass mir die Beschaffenheit dieser Fake-Decke noch rechtzeitig aufgefallen ist und ich den Bestellvorgang stoppen konnte. Stellt euch vor, der Spediteur steht mit vier riesigen Autopoles vor der Tür, du baust enthusiastisch auf – und hörst es plötzlich über dir verdächtig knirschen.

Licht, Schatten und die Rolle des Papierhintergrunds

Warum mache ich überhaupt diesen ganzen Aufwand? Warum hänge ich nicht einfach ein Stofftuch an zwei Stative und gut ist? Weil es mir um eine bestimmte Art des Storytellings geht.

Ein glatter Papierhintergrund ist für mich mehr als nur Fotostudio-Zubehör. Er ist eine leere Bühne. In der Urban- und Street-Photography nutze ich die Stadt, ihre dreckigen Ecken und das harte Neonlicht, um Geschichten zu erzählen. Im Studio aber reise ich quasi nach innen. Hier kreiere ich die Welt komplett selbst. Wenn ich einen dunklen, vielleicht grauen oder schwarzen Papierhintergrund aufbaue, kann ich mit meinem Licht extrem präzise arbeiten.

Ich entscheide, wo das Licht endet und wo der Schatten beginnt. Der Schatten ist nicht einfach nur die Abwesenheit von Licht – er ist der Raum für Geheimnisse. Er ist das, was den Betrachter einlädt, sich seine eigene Geschichte zur fotografierten Person auszudenken. Ein cinematischer Look entsteht oft gerade dadurch, dass wir dem Bild Tiefe geben, indem wir das Licht sanft auf dem perfekten Untergrund abfallen lassen. Und dafür brauche ich Spannung auf dem Papier. Keine Falten, keine unruhigen Wellen. Und genau dafür brauche ich ein massives, verlässliches Hintergrundsystem.

Wie geht es jetzt weiter? Der kreative Sparring-Prozess

Hier stehe ich nun in meinem geliebten, aber gerade etwas frustrierenden Studiobereich. Die Autopoles sind abbestellt, die Decke lacht mich böse von oben an, und der Raum verlangt nach einer neuen Lösung.

„na gut wie löse ich das ganze jetzt“

Das ist die Frage der Fragen am Ende dieses Vlogs. Fotografie zwingt uns dazu, flexibel zu bleiben. Wenn Plan A scheitert, beginnt der eigentliche kreative Prozess. Wie kann ich die Papiermassen sicher fixieren, ohne die Decke zu zerstören? Welche Stative oder Wandlösungen gibt es, die mir meine geliebte Flexibilität im Raum nicht nehmen?

Manchmal nutze ich in solchen Situationen sogar KI als kreativen Sparringspartner. Ich füttere sie mit meinen Raummaßen und dem Problem der betonspritzigen Decke und lasse mir Konzepte auswerfen. Aber ob das in diesem physischen Fall hilft, werdet ihr im nächsten Teil erleben.

Fazit: Lasst euch vom Raum nicht die Geschichte diktieren

Was könnt ihr aus diesem kleinen Rückschlag für eure eigene Arbeit mitnehmen?

  • Plant vorausschauend: Equipment ist schnell gekauft, aber passt es wirklich zu eurer Umgebung? Klärt die physikalischen Grenzen, bevor das Paket vor der Tür steht.
  • Lernt eure Location kennen: Ob im gemieteten Fotostudio, on Location in einer alten Fabrik oder im eigenen Wohnzimmer – die Bauweise der Wände und Decken bestimmt, wie ihr euer Set aufbauen könnt.
  • Bleibt flexibel im Denken: Wenn die Technik oder der Raum nicht mitspielt, ärgert euch kurz, aber dann stellt euch die Frage: "Wie löse ich das jetzt?" Rückschläge zwingen uns, kreativere Wege zu finden.

Diese Hürde wird mich nicht davon abhalten, meinen Raum so zu gestalten, dass er meiner Philosophie von Licht und Emotion gerecht wird. Wie ich dieses massive Problem letztendlich löse, um endlich loslegen zu können, erfahrt ihr im Video und in den kommenden Teilen des Vlogs.

Schaut euch das Video oben an, um einen genauen Blick auf dieses Decken-Desaster zu werfen. Und schreibt mir gerne: Hattet ihr schon mal ähnliche Fail-Momente beim Scouten von Locations oder beim Aufbauen eurer Sets? Wie habt ihr sie gelöst?

Wir sehen uns hinter der Kamera (und hoffentlich bald vor einem makellosen Papierhintergrund). Euer Ortwin.

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