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Ein Rennen gegen die Zeit: Vom Ende und Anfang eines Studios

Willkommen, Leute! Ich nehme euch heute mal wieder mit hinter die Kulissen. Und wenn ich sage Kulissen, dann meine ich das wörtlich. Wer meine Arbeit kennt, weiß: Für mich geht es in der Fotografie nicht um Megapixel, Blendenstufen oder das neueste Objektiv. Es geht um Geschichten. Es geht um Licht, das eine Emotion weckt, und um Schatten, die das Geheimnisvolle bewahren. Aber bevor dieses Licht überhaupt fließen kann, bevor wir in einem Raum eine cinematische Welt erschaffen können, braucht es genau das: einen Raum. Und genau darum geht es in meinem neuen Vlog.

In den letzten Tagen steckte ich knietief in einem Projekt, das jedem Kreativen erst einmal Angst einjagt, bevor es Freude bringt: ein Studioumzug. Ein Fotostudio und Videostudio einzurichten, ist kein Wochenend-Hobbyprojekt. Es ist ein Kraftakt. Schaut mal ins Video rein, da seht ihr, wie knapp es am Ende wirklich wurde.

Das Rennen mit der Zeit habe ich geschafft. Die Wand ist zum ersten Mal gestrichen. Ich bin hier in meinem alten Studio, das Studio 4... es ist zur Übergabe bereit. Morgen ist die Übergabe, also puh, gerade eben noch geschafft.

Der Abschied von Studio 4: Wenn die Wände wieder weiß werden

Es ist schon ein seltsames Gefühl, in einem Raum zu stehen, den man über Monate oder Jahre mit Leben gefüllt hat. Studio 4 war so ein Raum. Hier haben wir gelacht, hier haben wir ausprobiert, hier haben wir Menschen vor der Kamera gehabt, die anfangs schüchtern waren und am Ende des Tages als selbstbewusste Protagonisten ihrer eigenen kleinen Filmsequenz aus der Tür gingen.

Und jetzt? Jetzt stehe ich hier mit dem Pinsel in der Hand und streiche die Wände weiß. Jede Schicht Farbe überdeckt ein bisschen von dem Charakter, den wir hier aufgebaut haben. Für einen Moment ist das fast ein bisschen melancholisch. Der Raum ist wieder eine leere Hülle. Die Schatten, die ich hier so sorgfältig mit meinen Dauerlichtern gesetzt habe, sind verschwunden. Übrig bleibt nur das kalte, helle Licht eines leeren Zimmers, das auf neue Mieter wartet.

Aber genau das ist auch das Schöne daran. Fotografie lehrt uns, dass nichts für die Ewigkeit ist. Wir fangen den Moment ein, genau den einen Bruchteil einer Sekunde, und dann ziehen wir weiter. So ist das jetzt auch mit Studio 4. Die Farbe trocknet, die Geschichte hier ist auserzählt. Zeit für das nächste Kapitel.

Willkommen in Studio F: Das kreative Chaos

Wenn Studio 4 die aufgeräumte Vergangenheit ist, dann ist Studio F die ungestüme Zukunft. Wenn ihr euch das Video anseht, werdet ihr fast einen Schock bekommen, wenn ich die Kamera schwenke. Man tritt durch die Tür und denkt sich: Wo soll hier jemals ein Model stehen? Wo soll hier der Raum für meine Peoplefotografie sein?

Im Moment gleicht alles einem einzigen Schlachtfeld aus Equipment, Kartons, Kabeln und Material.

Das ist das Chaos pur! Hier liegt jede Menge rum, ich muss noch jede Menge einräumen. Aber was solls? Das werde ich schon hinbekommen. Die andere Seite sieht fast noch schlimmer aus, hier steht alles voll.

Aber lasst euch davon nicht täuschen. Was für das bloße Auge wie pure Unordnung aussieht, ist in meinem Kopf bereits ein fertiger Set-Aufbau. Hinter mir hängen bereits die Papierrollen. Wenn ich auf diese Rollen schaue, sehe ich nicht einfach nur graues oder schwarzes Papier. Ich sehe bereits die Porträts vor mir. Ich sehe, wie ich ein hartes Streiflicht von der Seite setze, um die Konturen eines urbanen Street-Looks mitten im Studio zu simulieren. Ich spiele in Gedanken bereits Szenarien durch, in denen die Dunkelheit im Hintergrund genau das Gewicht bekommt, das sie braucht, um den Blick des Betrachters auf die Augen meines Gegenübers zu lenken.

Chaos mit System: Wie ein Videostudio entsteht

Der Titel meines Vlogs, "Chaos mit System", kommt nicht von ungefähr. Jeder Handgriff, den ich hier im neuen Studio F mache, folgt einer inneren Logik. Ein Fotostudio aufzubauen bedeutet, den Raum zu choreografieren.

Der Fernseher, der im Video schon im Hintergrund an der Wand hängt, ist nicht einfach nur Deko oder für die Mittagspause gedacht. Er wird mein visuelles Feedback-Zentrum. Wenn wir shooten, will ich, dass das Team und die Leute vor der Kamera direkt sehen, in welche Welt wir gerade eintauchen. Besonders, wenn man einen cinematischen Look anstrebt, ist sofortiges visuelles Feedback Gold wert. Es hilft dem Model, sich in die Rolle einzufühlen, die wir gemeinsam kreieren. Es ist wie am Set eines Films – jeder muss die Stimmung spüren.

Die größte Herausforderung bei so einem Studioumzug ist es, nicht den Mut zu verlieren, wenn man vor Bergen von Kisten steht. Man muss sich immer wieder die Frage stellen: Wie wird das Licht hier später fallen? Wo ziehe ich die Grenze zwischen meinem reinen Arbeitsbereich und der Zone, in der die Magie passiert? Das Chaos, das ihr da seht, ist einfach nur der Rohentwurf meiner neuen kreativen Spielwiese.

Licht, Schatten und die Arbeit mit dem Raum

Warum nehme ich diesen Stress überhaupt auf mich? Warum zeige ich euch ungeschönt, wie die Tapeten aussehen und wie chaotisch es hinter der Linse zugeht?

Weil das die Realität unserer Arbeit als Storyteller ist. Instagram und Co. zeigen uns immer nur die perfekten Endresultate. Den makellosen cinematischen Shot im Regen, das extrem moody ausgeleuchtete Porträt im Studio. Aber die Wahrheit ist: Bevor du mit Licht malen kannst, musst du den Eimer Farbe in die Hand nehmen und literally Wände streichen. Fotografie ist nicht nur ein intellektueller, kreativer Prozess. Es ist Handwerk. Es ist schmutzig. Man schwitzt, man schleppt, man flucht über Kabel, die immer zu kurz sind.

Doch genau dieser Prozess verbindet mich mit meinen Räumen. Wenn ich jeden Nagel selbst in die Wand geschlagen habe, weiß ich ganz instinktiv, wo ich mein Stativ später platzieren muss. Ich kenne die Ecken, in denen sich die Schatten am schönsten sammeln. Ein Studio ist kein steriler Raum, in dem man Kameras lagert. Es ist mein Instrument. Und im Moment stimme ich dieses Instrument, auch wenn es sich noch ziemlich schräg anhört.

Fazit: Der Weg ist das Ziel, und morgen geht's weiter

Für mich heißt es jetzt am Ende dieses Tages: Zurück ins alte Studio 4. Das zweite Mal streichen steht an. Die Arme werden langsam schwer, aber die Erleichterung ist groß. Der alte Raum wird sauber übergeben, und der Weg für Studio F ist frei.

Wenn ihr selbst Fotografen, Filmemacher oder einfach kreative Menschen seid, möchte ich euch eins mit auf den Weg geben: Lasst euch vom Chaos, das jedem Neuanfang innewohnt, nicht abschrecken. Es ist völlig normal, dass am Anfang nichts so aussieht wie in eurer Vorstellung. Die Kunst besteht darin, durch das Chaos hindurchzustehen und die Vision fest im Blick zu behalten. Irgendwann hängen nicht mehr nur die Papierrollen da, sondern dann stehen die Lichter, der Hintergrund fällt perfekt ab, und wir machen genau das, wofür wir brennen: Bilder, die bleiben.

Schaut euch das kurze Vlog-Video oben an und begleitet mich in dieser wilden Phase des Übergangs. Schreibt mir gerne mal in die Kommentare: Wie geht ihr mit kreativem Chaos um? Braucht ihr absolute Ordnung, um kreativ zu sein, oder liebt ihr es, wenn alles ein bisschen im Werden ist?

Wir sehen uns morgen, wenn das Streichen hoffentlich ein Ende hat und das Einräumen richtig losgeht. Bleibt kreativ, sucht das richtige Licht und vor allem: Nutzt die Schatten!

Euer Ortwin.

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