Willkommen hinter den Kulissen – Warum ein Fotostudio mehr ist als nur ein Raum
Hallo zusammen, ich nehme euch heute wieder mit hinter die Kulissen. Schaut mal rein, willkommen zu Teil 3 meines großen Foto- und Videostudio-Umzugs. Wenn ihr die ersten beiden Teile gesehen habt, wisst ihr ja schon: Wir sind hier gerade dabei, etwas Neues aufzubauen. Einen Raum, in dem nicht nur Bilder geknipst, sondern Geschichten erzählt werden. Und heute geht es um Dinge, die man in Kamera-Foren oder Technik-Blogs oft komplett vergisst, die aber für meine Studiofotografie absolut essenziell sind.
Wir reden heute nicht über Megapixel, Sensorgrößen oder die neueste Blitztechnik. Wir reden über die Atmosphäre. Über den Vibe. Über das Gefühl, das ein Mensch hat, wenn er mein Studio betritt. Denn ganz ehrlich: Die beste Kameratechnik der Welt nützt dir absolut gar nichts, wenn dein Gegenüber sich nicht wohlfühlt. Lasst uns also einen Blick auf die Dinge werfen, die mein Studio zu einem kreativen Safe Space machen.
Der LCD-Monitor als cinematisches Lichtwerkzeug
Wenn ihr im Video genau hinseht, entdeckt ihr als Erstes einen Bereich, den ich wahnsinnig gerne für kreative Experimente nutze: meinen großen LCD-Monitor. Wer sagt denn, dass ein Fernseher nur zum Anschauen von Videos taugt? In meiner Welt der konzeptionellen Fotografie ist alles, was leuchtet, ein potenzielles Werkzeug, um Emotionen zu wecken.
„Nächster Bereich des Studios hier ist der große LCD Monitor. Den habe ich sogar für irgendwelche Fotoaufnahmen verwendet, ich blende sogar das Video entsprechend hier oben mal ein mit Saratustra, das war echt klasse.“
Ein großer Monitor ist eine fantastische, dynamische Lichtquelle. Man kann damit Hintergründe einspielen, Muster erzeugen oder einfach ein ganz bestimmtes, cinematisches Licht auf das Gesicht eines Menschen werfen. Es ist dieses Spiel aus Licht und Schatten, das mich fasziniert. Das Flimmern, die Farbwechsel – all das bringt eine Tiefe ins Bild, die ein normaler Studioblitz manchmal einfach nicht liefern kann. Es geht um den Look, um das Raue, das Ungefilterte. Wenn ihr das Video seht, achtet mal auf die Einblendung von dem Zarathustra-Projekt. Da seht ihr genau, was ich meine, wenn ich sage: Denkt außerhalb der Box!
Alles im Fluss: Warum mein Studio auf Rollen steht
Ein Fotostudio darf niemals starr sein. Die Fotografie lebt von der Bewegung, von der spontanen Idee. Wenn ich mitten in einem Shooting für ein Urban- oder People-Projekt stecke und plötzlich merke: „Hey, das Licht von der anderen Seite wäre jetzt viel geiler, aber dieser riesige Schrank ist im Weg“, dann killt das den kreativen Flow. Deshalb habe ich rigoros aussortiert und umgedacht.
„Hier sind Aufbewahrungsschränke, alles was hier ist, ist auf Rollen. Das heißt also, hier kann ich entsprechend alles umräumen, hinstellen oder sonst was.“
Ob es die Schränke sind, der Monitor oder andere Requisiten – alles muss mobil sein. Das erlaubt es mir, das Studio innerhalb von Minuten komplett umzubauen. Es ist wie eine Bühne, die sich dem jeweiligen Akt des Theaterstücks anpasst. Die Möglichkeit, den Raum atmen zu lassen und ihn genau so zu formen, wie die Geschichte es gerade braucht, ist ein unfassbarer Luxus für mich als Storyteller.
Das wahre Herz des Fotostudios: Die Kaffeebar
Jetzt kommen wir zu meinem absoluten Lieblingsthema in diesem Video. Wenn ihr mich fragt, was das wichtigste Requisit in der Studiofotografie ist, dann sage ich euch: Es ist nicht die 85mm Linse. Es ist die Kaffeemaschine. Ohne Witz. Wir Fotografen neigen dazu, uns hinter der Technik zu verstecken. Aber Fotografie ist in erster Linie Psychologie. Wenn jemand vor deiner Kamera steht, macht er sich verletzlich. Er gibt etwas von sich preis. Und das kann unglaublich stressig sein.
„Eine ganz wichtige Sache für jedes Studio, für jeden Bereich den ihr einrichtet: Macht es bequem, sorgt einfach dafür, dass eure Gäste sich wohlfühlen, denn das ist schon die halbe Miete bei jedem Foto-, Video- oder sonst was Shooting.“
Wenn meine Protagonisten das Studio betreten, schnappe ich mir nicht sofort die Kamera. Wir setzen uns erst mal hin. Da drüben, an die Kaffeebar. Der Duft von frischem Kaffee, das Zischen der Maschine, das leise Klappern der Tassen – das alles erdet ungemein. Es nimmt die Anspannung. Wir quatschen, wir lernen uns kennen, wir bauen eine Verbindung auf. Genau in diesem Moment, beim Kaffee, entsteht eigentlich schon das Portrait. Das anschließende Auslösen der Kamera ist nur noch der technische Abschluss dieses emotionalen Prozesses.
Sauberkeit und Wertschätzung – Dein Aushängeschild
Und hier möchte ich noch auf ein Detail eingehen, das mir extrem wichtig ist und das für mich sehr viel mit Philosophie und Respekt zu tun hat:
„Also Kaffeemaschine, saubere Tassen, sauberes Geschirr... also alles immer putzen, säubern. Das ist euer Aushängeschild und das ist auch dann mein Aushängeschild hier an der Stelle.“
Warum betone ich das so im Video? Weil es eine Haltung ist. Wie willst du, dass dein Modell dir vertraut, dir seine Seele für ein ehrliches, ungefiltertes Bild öffnet, wenn du ihm einen schmutzigen Kaffeebecher aus einer verstaubten Ecke anbietest? Es geht um Wertschätzung. Ein aufgeräumter Empfangsbereich, schöne Kaffeebecher (ich liebe ja diese richtig coolen Mugs mit Charakter), und ein Kühlschrank für kühle Getränke – das zeigt deinem Gegenüber: „Du bist hier willkommen. Ich respektiere dich und die Zeit, die du mir schenkst.“
- Der Kühlschrank: Ein absolutes Muss. Steht da hinten in der Ecke und rettet an langen Shooting-Tagen Leben. Wasser, Cola, vielleicht ein Feierabendbierchen nach getaner Arbeit.
- Die Tassen: Keine zusammengewürfelten Werbegeschenke, sondern coole Becher, aus denen man gerne trinkt.
- Die Haltung: Sauberkeit = Respekt. Mein Studio ist mein Wohnzimmer, und ihr seid meine Gäste.
Fazit: Technik ist vergänglich, Atmosphäre bleibt
Zusammenfassend kann ich euch nur ans Herz legen: Wenn ihr euer eigenes Fotostudio plant, scoutet nicht nur nach den perfekten Lichtwinkeln. Denkt an den Menschen, der vor der Kamera stehen wird. Schafft euch ein Setup auf Rollen, damit ihr frei und wild bleiben könnt in eurem kreativen Prozess. Nutzt unkonventionelle Lichtquellen wie einen großen Monitor für diese richtig nicen, cinematischen Vibes.
Aber vor allem: Investiert in eine gute Kaffeebar. Sie ist die Brücke zwischen euch und den Menschen, deren Geschichten ihr erzählen wollt. Die Schatten der Skepsis und der Nervosität verschwinden oft schon bei der ersten Tasse Kaffee. Und dann, erst dann, können wir das Licht anknipsen und wahre Magie erschaffen.
Schaut euch unbedingt das Video oben an, geht mit mir durch den Raum und lasst euch inspirieren. Ich zeige euch das Ganze völlig ungefiltert – genau so, wie es hier beim Umzug eben zugeht. Wenn ihr mehr über meine Arbeitsweise, über Licht, Schatten und die Philosophie der Peoplefotografie erfahren wollt, lasst mir gerne einen Kommentar da. Wie bereitet ihr euch auf Shootings vor? Was ist euer absolutes Must-have im Studio, das nichts mit Kameras zu tun hat? Lasst es mich wissen!
Bis zum nächsten Set, bleibt kreativ und authentisch,
Euer Ortwin.